(14.02.2016) Für Hirte Winfried Waldhauer und die Gemeinde Pforzheim-Brötzingen war dieser Tag „historisch“. Nach 28 Jahren führte der Hirte seinen letzten Gottesdienst in „seiner“ Gemeinde durch.
Am Mittwoch, den 17.02.2016 wird Bezirksapostel Ehrich Hirte Waldhauer in den Ruhestand setzen und Evangelist Andreas Denzinger, den bisherigen Vorsteher der Gemeinde Pforzheim-Büchenbronn , ins Hirtenamt ordinieren und ihn als Vorsteher für die Gemeinde Brötzingen beauftragen. Die Gemeinde Büchenbronn wird mit Georg Müller aus Gräfenhausen ebenfalls einen neuen Vorsteher erhalten, der am Mittwoch das Evangelistenamt empfangen wird.
Das Bibelwort aus Matthäus 6, 31. 32 hatte in diesem letzten Gottesdienst von Hirte Waldhauer gleichsam eine besondere Bedeutung auch für die Gemeinde Brötzingen. Jesus ruft darin auf: „Darum sollt ihr nicht sorgen …“. Die Gemeinde wird mit der neuen Führung ebenfalls Gottes Segen erleben dürfen.
Es war der ganzen Gemeinde ein Anliegen, dem Hirten und seiner Frau Gerlinde an diesem Tag ihre besondere Zuneigung und Dankbarkeit zu zeigen für die vielen Jahre des außerordentlichen Einsatzes im Ehrenamt. Neben seinem Beruf als Hauptschullehrer, den er bis zu seiner Pensionierung im vergangenen Sommer an der Brötzinger Schule ausgeübt hatte, galt sein ganzer persönlicher Einsatz der Neuapostolischen Kirche und insbesondere seit 1988 der Kirchengemeinde in Pforzheim-Brötzingen. Zuvor war er 8 Jahre Vorsteher in Birkenfeld-Gräfenhausen .
Musik in der Kirchengemeinde gefördert
Die Musik lag Hirte Waldhauer auch besonders am Herzen. Er war vor 50 Jahren Mitbegründer des Gemeindeorchesters in Brötzingen, wirkte als Dirigent und textete Lieder. Einiges davon war an diesem Morgen im Gottesdienst zu hören. So entstammten auch Liedersammlungen für den Kinderchor seinem Einsatz. Häufig war der Hirte in Chorproben Dienstagabends zugegen. Gerne erzhählte er dann zur Aufheiterung einen Witz aus dem TIPP (der wöchentlichen Werbung eines Kaufhauses).
Viele der heutigen Jugendlichen in der Gemeinde kennen nur Hirte Waldhauer als Gemeindevorsteher und sind daher auch mit ihm verbunden. Häufig wurde er nach dem Gottesdienst angesprochen „bitte bete für mich, ich muss diese Woche noch eine Prüfung schreiben“. Als Lehrer konnte er natürlich sehr gut mitfühlen. So malten die Jugendlichen auf eine Leinwand ein Sinnbild „ihres“ Hirten und vermerkten darauf so einige Besonderheiten.
Die Kinder hatten am Samstag zusammen mit ihren Betreuern ein Bild des Hirten und seiner Schäfchen als besonderes Geschenk gebastelt und nach dem Gottesdienst überreicht.
Auch die Senioren bedankten sich mit einem Geschenk beim Hirten und begrüßten ihn und seine Frau jetzt als aktive Senioren in der Gemeinde.
Nach einem von der Gemeinde gemeinsam gesungenen „Danke“ ( siehe Anlage ) überreichten zwei Kinder als gelungene Überraschung ein Abschiedsgeschenk, für das die Gemeinde still und heimlich gesammelt hatte. Vielleicht wird es eine Reise nach Venedig …
Außerordentlich engagierter Seelsorger
Als Seelsorger war er stets sehr engagiert. Auch außer der „Dienstzeit“ besuchte er Kranke – dass konnte auch noch in dringlichen Fällen kurz vor Mitternacht sein. Er war als Prediger begabt und konnte die Inhalte von Gottesdienst, zu denen er eingeladen war dann in der Heimatgemeinde gut wiedergeben. Die Ordnung im Kirchengebäude war für ihn ein großes Anliegen. Dabei betätigte er sich auch selbst in einer der Putzgruppen. Auch darin war er ein vorbildlicher Vorangänger und nicht nur herausragender Vorsteher!
Gott sei Dank - aber auch einem besonderen Seelenhirten!
Hirte Waldhauer war immer sehr darauf bedacht, seine Person nicht in den Vordergrund zu stellen. Wenn ihm Dankesworte entgegengebracht wurden, dann verwies er immer auf Gott, dem aller Dank gebühre. An diesem Sonntag nun musste er aber „durch“ und den herzlichen Dank seiner Gemeinde aushalten.