Im Instrumentenraum der Kirche Pforzheim-Brötzingen haben wir einen Karton mit "alten" Chormappen entdeckt.
Das lässt darauf schließen, dass der Gemeindechor bereits aus dem neuen Chorbuch singt. Die Redaktion hat dazu Jens Zimmermann, Fachberater Musik des Kirchenbezirks, befragt.
(Red.) Kannst du dich noch an den Moment erinnern wo du das neue Chorbuch das erste Mal in der Hand hattest?
Ja klar. Es ist noch gar nicht lange her - November 2013. Zuerst las ich das Vorwort. Stammapostel Jean-Luc Schneider schreibt: " Es ist mein Wunsch, dass dieses Chorbuch in der Vielfalt seiner Lieder die Erfahrung des Glaubens widerspiegelt - Erfahrungen, die Menschen vor uns gemacht haben und die wir selbst immer wieder machen ". Das ist Anspruch und Ansporn. Ich habe mich gleich ans Klavier gesetzt und das Werk erkundet. Mein Favorit ist die Rubrik " Den Glauben leben - Gottes Liebe ".
(Red.) Die "alten" Chormappen haben wir in einem Karton gefunden. Heisst das die Gemeinden haben das neue Chorbuch schon eingeführt?
Die Empfehlung für die Gemeinden in Pforzheim war den Übergang bewusst und gezielt zu planen. Das geschieht derzeit. In meiner Heimatgemeinde sind wir mit fünf neuen Choralsätzen am 4. Advent gestartet und haben darauf folgend zwei neue Lieder an Silvester gesungen. Die Gemeindemitglieder haben das freudig honoriert.
(Red.) Ist diese Veränderung ein großer Einschnitt für die Gemeindechöre?
Das ist in gewissem Grad eine Sache des Blickwinkels. Beim Wechsel auf das neue Chorbuch sind in einigen Chören mehr als sechzig Lieder aus deren Repertoire entfallen. 242 neue Lieder kommen hinzu. Das ist ein Einschnitt. Ich denke aber gerade diese Gemeindechöre haben einen starken Veränderungswillen. Gerne mag ich Richard Wagner zitieren: " Veränderung liebt der lebt! ".
(Red.) Welche Hilfen bei der Einführung des neuen Chorbuchs stehen den Dirigenten zur Verfügung?
Zunächst wurde im Vorfeld in Rundschreiben des Bezirksapostels und auf den Internetseiten rechtzeitig informiert. Ich nehme eine ganz tolle Bereitschaft der Dirigenten für Neues war. Wie nie zuvor sehe ich auch auf dem Gebiet elektronischer Medien und Internet einen außerordentlich guten Zugang zu den neuen Liedern. Ja sogar auf dem Smartphone kann man sich einige Stücke " reinziehen ".
(Red.) Kannst du uns einen kleinen Ausblick 2014 geben?
Wir begleiten in Pforzheim - auch im Zusammenhang mit der Bezirksfusion - mit guten, offenen Konzepten die Einführung. Es gilt eine tragfähige Struktur für Chormusik zu schaffen. Dazu ist am 20ten Januar eine Besprechung mit allen Chordirigenten des Bezirks eingeplant. Einige Chöre haben sich bereits nachhaltige Gedanken gemacht. Z.B. geht ein Chor thematisch orientiert in Monatsschritten vor (siehe Bild: "Laut-stärken").
(Red.) Möchtest du zum Abschluss noch ein kleines Statement mitgeben?
Gerne. Mich motiviert - nicht zuletzt durch den starken Impuls des Stammapostels an Neujahr - das Lied Nummer 361, Strophe 2: " Ich liebe Herr dein Werk " .