An einem Sonntag im Jahr – dem Erntedanksonntag – wird ein Gottesdienst gehalten, in dem der Dank gegenüber Gott für alles, was er dem Menschen an Gaben schenkt, im Mittelpunkt steht. Aus Dankbarkeit bringen die Gläubigen ein besonderes Opfer: „Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes“ (Psalm 50,23).
Als Bibelwort für die Predigt zum Erntedankgottesdienst am Sonntag 2. Oktober diente Hiob 28,24: „Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist.“ Es ging um den Glauben an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Im Hinblick auf die irdische Schöpfung kam zum Ausdruck, dass aus der Dankbarkeit für das Gute in der Schöpfung auch ein achtsamer, verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung entsteht.
Gott hat dem Menschen seinen Lebensraum zugewiesen und ihm den Auftrag erteilt, über die Erde zu „herrschen“, nämlich sie zu gestalten und sie zu bewahren (vgl. 1. Mose 1, 26.28; Psalm 8,7).
Im Umgang mit der Schöpfung ist der Mensch Gott, dem Schöpfer, gegenüber verantwortlich. Er darf frei, aber nicht willkürlich mit der Schöpfung umgehen. Als Gottes Ebenbild soll er alles Leben und den Lebensraum so behandeln, wie es göttlichem Wesen entspricht: mit Weisheit, Güte und Liebe.
Gott hat seine Geschöpfe gesegnet und in alles Leben das Gesetz der Vermehrung gelegt. Er hat die Schöpfung dem Menschen anvertraut und ihn für die damit verbundene Aufgabe gesegnet.
Dieser Segen Gottes wurde durch den Fluch der Sünde zwar in seiner Wirkung eingeschränkt, doch nicht aufgehoben. Gott erneuerte ihn nach der Sintflut. Was dieser Segen umfasst, wird in der Zusage Gottes deutlich: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (1. Mose 8,22).
Gemeindevorsteher Michael Hagel spendete der kleinen Emma Türschmann die Heilige Wassertaufe. Am Ende des Gottesdienstes sangen die Kinder Emma ein Willkommenslied und überreichten den Eltern einen Rosenstrauß.
Im Hinblick auf das diesjährige Erntedankfest hat die Gebietskirche Süddeutschland über ihr Hilfswerk, das Missionswerk der Neuapostolischen Kirche, die finanzielle Unterstützung von „Tafel“-Einrichtungen geplant. Dazu werden über 50.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Ergänzend zu der finanziellen Spende an „Tafel“-Einrichtungen konnten die Gläubigen zum Erntedank-Gottesdienst haltbare und abgepackte Lebensmittel in die Kirche bringen, die dann an „Tafel“-Einrichtungen weitergegeben werden – das „tägliche Brot“ mit dem Nächsten teilen war dabei das Motto.
Im Ausland leistet die Gebietskirche über das Missionswerk Hilfe nach dem Motto „Brot – Brunnen – Brücken“. Mit Mitteln aus dem Dankopfer 2016 soll auch die von Süddeutschland aus betreute Gebietskirche in Nigeria unterstützt werden, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, wo die allgemeine wirtschaftliche Not zunehmend stärker wird.