Am Montag der Karwoche, dem 21. März 2016, fand in der Neuapostolischen Kirche Mühlacker ein Infoabend des „Ambulanten Hospizdienst östlicher Enzkreis e.V.“ statt.
Dazu waren Gemeindemitglieder und Interessierte aus den umliegenden, vom Hospizdienst betreuten Gemeinden, eingeladen.
Rund 50 Zuhörer begrüßte der stellvertretende Gemeindeleiter, Evangelist Andreas Schultheiss, und dankte den Referenten für ihr Kommen und die wichtige Arbeit, die der Hospizdienst leistet.
Dr. Johannes Bastian, Vorsitzender des Vereins, erläuterte zunächst die Entwicklung des Hospizdienstes. Nach der Gründung im Jahr 1997 wuchs das betreute Gebiet stetig. Heute zählt der Verein rund 140 Mitglieder. Aktuell sind 38 ehrenamtliche Mitarbeiter in der Betreuung von Menschen am Lebensende aktiv. Dazu gehört nicht nur die Unterstützung Sterbender im häuslichen Umfeld, sondern auch die Begleitung in Krankenhäusern und Pflegeheimen.
Koordinatorin Hannelore Stegmaier blickte in ihrem Vortrag zunächst auf den Beginn der Hospizbewegung zurück. Hospiz bedeutet nichts Anderes als Herberge; im Mittelalter waren Hospize die Raststätten entlang der Pilgerwege, in denen geruht, gestorben und geboren werden konnte. Der Beginn der heutigen Hospizbewegung ist auf die frühen 1970er Jahre datiert, als zunächst Cicely Saunders in London, dann Elisabeth Kübler-Ross in Deutschland einen neuen, menschlichen Umgang mit dem Sterben - insbesondere in Krankenhäusern - einforderten und umsetzten. Heute engagieren sich bundesweit über 6000 Menschen ehrenamtlich, um die Bedürfnisse Sterbender zu erfüllen. Und das unabhängig von Religion, Nationalität, Weltanschauung und Tageszeit. Frau Stegmaier erläuterte den Begriff „Palliativ Care“ und die positiven Auswirkungen der Umsetzung bei der Hospizarbeit. Die Tatsache, dass laut aktueller Erhebungen in Deutschland ca. 50 % aller Menschen im Krankenhaus und 30-40% im Pflegeheim sterben, lässt unschwer erkennen, wie wichtig und notwendig die Begleitungsarbeit für Sterbende – und teilweise auch für die Angehörigen – ist. In ihrem sehr persönlichen Vortrag blitzte die eine und andere Begegnung mit Sterbenden auf, die nicht nur von Trauer und Angst, sondern auch von Freude und Lachen, von Weisheit und Spiritualität gekennzeichnet sind. Das Zitat von Hilde Domin „Jeder, der geht, belehrt uns ein wenig über uns selbst“, fasste die Ausführungen punktgenau zusammen.
Susanne Klotz, stellvertretende Koordinatorin beim Hospizdienst, informierte die Anwesenden über die Möglichkeiten der Mitarbeit und die zugehörige Ausbildung. Für Interessierte wird am 7. Juni 2016 im „Consilio“ (Bahnhofstraße 86, Mühlacker) ein Infoabend stattfinden (Beginn 18 Uhr). Hier bekommt man nähere Auskünfte über die rund 100 Stunden dauernde Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter.
Tobias Riedel an der Pfeifenorgel setzte zu Beginn des Abends und zwischen den einzelnen Vorträgen musikalische Akzente und gab den Zuhörern so die Möglichkeit, immer wieder begleitet von schönen Orgelklängen die Gedanken schweifen zu lassen.
Nach einer offenen Frage- und-Antwort-Runde wurde der Infoabend zunächst offiziell beendet. Viele Zuhörer blieben aber noch länger, um mit den Referenten angeregte Diskussionen zu führen oder sich in persönlichen Gesprächen auszutauschen. Es war ein gelungener, informativer Abend zu einem wichtigen Thema, so die einhellige Meinung.
Weitere grundsätzliche Infos sind unter www.hospizdienst-oestlicher-enzkreis.de zu finden - oder man kommt direkt ins „Consilio“ zum Gespräch (mittwochs von 16:00-18:00 Uhr).
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