Üblicherweise werden die Altäre für den Erntedank-Sonntag mit Obst, Gemüse, Getreide und Brot geschmückt.
Nicht so in diesem Jahr in der Gemeinde Mühlacker : statt Frischware stand, auf Paletten gestapelt, Unverderbliches vor dem Altar.
Rund 500 Kilo Lebensmittel hatten die Gemeindemitglieder in den Tagen zuvor gekauft und als Spendengabe zum Erntedanktag in die Kirche gebracht. Die Idee von Elke Armbruster, zum Erntedanktag eine Spende an den Tafel-Laden in Mühlacker zu geben, fand großes Echo. So waren am 6. Oktober 2013 nicht nur rund 150 kg Mehl, 100 kg Nudeln, 44 kg Salz, viele Gläser Honig, Schokoaufstrich und ähnliche „Dauerwaren“ aufgebaut, sondern auch Seife, Zahnpasta, Duschgel u.ä. Solche Waren benötigt der Tafelladen dringend, denn sie werden von den Supermärkten i.d.R. nicht gespendet – diese Waren haben eine lange Haltbarkeit und können deshalb lange verkauft werden.
Viele fleissige Helfer packten hernach mit an, um die Gaben in Autos zu verladen und zum Tafelladen in die Industriestraße zu bringen. Bei der Übergabe am 10.10. freute sich die Verantwortliche, Erika van Luijk, sehr über die Lebensmittel: „Manches wird bis Weihnachten reichen, das ist wunderbar.“
Einkaufen dürfen im Tafelladen nur Menschen, die über so wenig Einkommen verfügen, dass man von Armut sprechen kann. Die Bedürftigkeit wird geprüft und die Berechtigten erhalten einen entsprechenden Einkaufsausweis. Die Bedürftigkeit orientiert sich in etwa an den Sätzen der Hartz-IV-Regelung. Die Mitarbeiter des Tafelladens beobachten leider, dass die Zahl derer, welche die Kriterien von Bedürftigkeit erfüllen, nicht kleiner, sondern größer wird: die Armut in unserer Gesellschaft nimmt zu. Rund 700 Personen besitzen in Mühlacker inzwischen einen Berechtigungsschein, um im Tafelladen einkaufen zu können.
Wer sich näher über den Tafelladen Mühlacker informieren möchte, findet unter www.tafelladen-muehlacker.de weitere Fakten sowie Hinweise zu Artikeln, die dringend benötigt werden. Spenden sind willkommen!