Im Rahmen der Interkulturellen Woche in Pforzheim fand am Sonntag, den 28.09.205, ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Christuskirche statt. In einem Grußwort zur Interkulturellen Woche schreibt Peter Boch, Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim, in einem Grußwort: "Gerade in einer internationalen Stadt wie Pforzheim ist es besonders wichtig, dass sich die vielfältigen Kulturen, die alle zu unserer Stadt gehören, einander offen begegnen und austauschen. So können wir Verständnis füreinander entwickeln, die Grundlage für ein friedliches und harmonisches Miteinander."
Gemäß dieses Miteinanders lautete das Motto des Gottesdienstes "Kontrastgesellschaften bauen? Muss unsere Welt so sein, wie sie ist?" In den Beiträgen wurde als Antwort auf diese Frage ein klares Nein formuliert. Jesus Christus sei das verbindende Glied aller Menschen. Seine Liebe gelte allen in gleicher Weise, und deshalb seien auch alle Menschen aufgefordert, diese Liebe uneingeschränkt weiterzugeben. Pfarrer Dr. Stephen Lakkis von der evangelischen Kirche betonte dies in seiner Predigt mit vielen verschiedenen Beispielen. Vielfältigkeit zu schätzen und Barmherzigkeit zu leben, sei zugleich Gabe als auch Aufgabe von Gott. Er sprach in diesem Zusammenhang auch vom Libanon, in dem Flüchtlinge u.a. aus Syrien fast 50% der Bevölkerung ausmachen. Und das, nachdem der Libanon noch Jahre zuvor durch Syrien massiv bedroht wurde.
In seinen Gebeten erinnerte Evangelist Matthias Stuhlinger, stellvertrender Gemeindevorsteher aus Brötzingen und Ökumenebeauftragter des Bezirks Pforzheim daran, dass Schuld und Versagen Teil menschlichen Lebens seien – ob in Familie, Freundschaft oder im Umgang mit Fremden. An biblischen Beispielen wie David, Jakob oder dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter machte er deutlich, wie oft Menschen in Egoismus, Lieblosigkeit oder Gleichgültigkeit verstrickt seien.
Er bat Gott um Vergebung und Erneuerung, damit Versöhnung möglich werde, Treue gestärkt und Barmherzigkeit gelebt werden könne.
Zugleich erinnerte er an Kain und die zerstörerische Macht von Hass, Misstrauen und Krieg. Angesichts der Zerbrechlichkeit der Schöpfung rief er dazu auf, für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten, Brücken zu bauen und sorgsam mit Gottes Welt und den Menschen umzugehen.
Weitere Mitwirkende waren Reverend Dr. Lisa Wolfe von der United Church of Christ, USA sowie Mihael Kocamahhul, Vorstandsvorsitzender der Antiochenisch-Orthodoxen St. Petrus und Paulus Gemeinde in Pforzheim. Außerdem wirkten mehrere andere Schwestern und Brüder aus verschiedenen Konfessionen mit, die Lesungen und Fürbitten unter anderem auf englisch, französisch, arabisch, kasachisch oder Mandarin vorbrachten.
Anschließend an den Gottesdienst gab es noch die Möglichkeit für Gespräche und eine Bewirtung mit Häppchen aus vielen verschiedenen Ländern.