Wurden die Lieder „Wohin soll ich mich wenden“, „Heilig, heilig“ oder „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe“ nicht schon oft genug gehört? In vielen Gottesdiensten hört man diese Lieder aus der Feder des Komponisten Franz Schubert (1797-1828). Und jetzt auch noch gleich alle diese Lieder hintereinander in einem Konzert?
Der Männerchor des Kirchenbezirks Bietigheim-Bissingen der Neuapostolischen Kirche sang beim Konzert am 18. Mai 2025 in der Kirche Pforzheim-Brötzingen gleich die ganze „Deutsche Messe“, aus der die genannten Lieder stammen, am Stück (Orgelbegleitung: Karlheinz Grotz, Vaihingen/Enz-Horrheim). Beim Hören der Messe in ihrer Gesamtheit wurden so inhaltliche und musikalische Bezüge zwischen den einzelnen Stücken, die im Gottesdienst beim Vortrag nur einzelner Lieder verloren gehen, deutlich wahrnehmbar. Dazu regten die Vertonungen zu einer intensiven Befassung mit den jeweiligen Texten an.
Umrahmt wurde die „Deutsche Messe“ von weiteren Werken Schuberts, einer Bearbeitung für Männerchor und Klavier (am Klavier: Helmut Kümmerer, Stuttgart) des Liedes „Wandrers Nachtlied“ (D 224), des Chorstücks „Gott der Weltschöpfer“ (D 986) und dem „23. Psalm“ (D 706), mit denen der aus ca. 25 Stimmen bestehende Männerchor (Choreinstudierung: Peter Bailer, Leitung: Walter Böttiger) weitere dynamische und klangliche Akzente setzte.
Die drei von Helmut Kümmerer vorgetragenen Klavierstücke, dem „Ständchen“ (D 957) aus Schuberts „Schwanengesang“, dem Impromptu As-Dur (D 935), und dem Allegretto c-Moll (D 915), glänzten durch eine sehr transparente und gefühlvolle Interpretation.
Die Fragen „Sind Männerchöre noch zeitgemäß?“ und „Sind Konzerte mit bekannten Liedern langweilig?“ beantworteten die ca. 100 Zuhörer an diesem Sonntagnachmittag auf ihre Weise eindeutig, laut und deutlich, nämlich mit einem langanhaltenden und herzlichen Applaus, der sogar eine Zugabe des Männerchores einforderte.
Das Konzert fand zuvor schon am Samstag, 17. Mai 2025, in der Neuapostolischen Kirche in Vaihingen/Enz-Horrheim statt.