Am Mittwoch, den 21.05.2025 durfte sich die neuapostolische Kirchengemeinde in Niefern über den Besuch von Apostel Martin Rheinberger freuen. Eingeladen waren zudem die Gemeinden Mühlacker, Kieselbronn und Ötisheim. Die Gemeinden Birkenfeld und Neulingen waren per Übertragung zugeschaltet.
Der Predigt lag das Bibelwort aus Psalm 14,2 zugrunde: „Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.“
Eingeläutet wurde der Festgottesdienst durch den Gemeindechor mit einer stimmungsvollen Vertonung des bekannten Liedes „Mit dir, oh Herr, verbunden“. Apostel Rheinberger griff den Liedtext auf, wo es heißt: „Wie könnt‘ ich einsam werden? Wir sind ja immer zwei.“ Manchmal wache man morgens auf und wolle angesichts der vielen Aufgaben und Schwierigkeiten, die man auf sich zukommen sieht, gar nicht erst aufstehen. Die Emmaus-Jünger waren auch entmutigt, aber als Jesus sie ansprach, waren sie getröstet. So mögen auch Gläubige heute darauf vertrauen, dass Jesus sein Versprechen hält, alle Tage bei den Seinen zu sein bis ans Ende der Welt und sie später feststellen können „… und er hat doch geholfen“.
Der Apostel stellte im Weiteren die im Psalmwort angeführte Klugheit in den Mittelpunkt. Eine weitere Bibelstelle, Matthäus 10,16 verdeutliche diese Eigenschaft: „Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ Die Schlange sei hierbei das Bild für den Verstand, die Taube ein Symbol für ein ungeteiltes Herz ohne Hinterlist.
Wenn Menschen grandios scheitern in ihrem Vorhaben, sollten sie sich fragen: War kein Verstand in meinem Plan? Oder war ich nicht mit ganzem Herzen dabei? Ein Christ solle vor Entscheidungen seinen von Gott gegebenen Verstand befragen und Gott ebenso mit hineinnehmen und ihn nach seiner Meinung fragen. Er sei doch der beste Ratgeber.
Der Apostel führte einige Beispiele zur Verdeutlichung an. Der reiche Kornbauer war so klug, seine reiche Ernte gut zu lagern und zu verwalten. Er hatte aber nie nach Gottes Willen für sein Leben gefragt, und als er in derselben Nacht starb, konnte er keine seiner irdischen Güter mitnehmen, in die er all sein Vertrauen gesetzt hatte. Von zehn Aussätzigen war einer klug genug, sich beim Urheber seiner neu gewonnenen Gesundheit zu bedanken. Und nur fünf der zehn Jungfrauen, die auf den Bräutigam warteten, hatten sich vorbereitet und mit genügend Öl für ihre Lampen eingedeckt. Und nicht zuletzt das Bild des klugen Mannes, der sein Haus auf einen Felsen baute und nicht auf Sand.
Zu einem weiteren Predigtbeitrag wurde Bezirksevangelist Michael Hagel gerufen. Er wies darauf hin, dass man sich auch mal einen Ruck geben müsse, um sich in die richtige Richtung zu bewegen. Auch das sei Klugheit: nicht nur zu erkennen, was das Richtige ist, sondern es auch aktiv anzugehen. Er gab der Gemeinde den Rat, sich zu entscheiden, ihre Sorgen, ihr Weh und Ach zu Jesus zu bringen im Gebet, sozusagen mit dem ganzen Herzen zu Jesus zu gehen, der sein Nahesein zugesagt hat. Ein kluger Christ warte dann geduldig und mit offenem Herzen auf Gottes Antworten und seine Führung.
Nach dem liturgischen Teil des Gottesdienstes wurde Priester Eirisch aus der Gemeinde Birkenfeld in den Ruhestand verabschiedet. 40 Jahre hatte er sich als Amtsträger in verschiedenen Funktionen in den Dienst Gottes gestellt und in der Gemeinde vielfältige Lehr- und Organisationsaufgaben übernommen. Apostel Rheinberger versicherte Priester Eirisch auch nach seinem aktiven Dienst jederzeit Gottes Nähe und Begleitung.
Im Folgenden wurden drei neue Amtsgaben ordiniert: Diakon Jonas Euchner aus der Gemeinde Birkenfeld empfing das Priesteramt. Zudem wurden zwei Diakoninnen ordiniert: Dunja Apel aus der Gemeinde Niefern und Sabine Riess aus der Gemeinde Neulingen. Apostel Rheinberger legte den Amtsträgern ans Herz, sich der Öffentlichkeit des Amtes bewusst zu sein, Jesus im ganzen Wesen zu verkörpern und in der Seelsorge mit den Ratsuchenden mitzugehen, sie zu tragen in Freud und Leid. Ihre Predigt solle gleichermaßen aus dem Verstand und dem Herzen kommen. Dazu gehöre Bibelstudium, das Beschäftigen mit Gottes Wort ebenso wie die Bereitschaft, die menschliche Schwachheit in Gottes Hand zu geben, sich ihm als Werkzeug und Sprachrohr zur Verfügung zu stellen und ihn am Altar wirken zu lassen.