Zum Ostergottesdienst am 20.04.2025 durfte die neuapostolische Kirchengemeinde Pforzheim-Bayernstraße Bezirksapostel Michael Ehrich in ihrer Mitte begrüßen. In seiner Begleitung befanden sich die Apostel Martin Rheinberger und Martin Schnaufer aus dem Bereich Freiburg/Tübingen sowie Bischof Jörg Vester und die Bezirksvorsteher aus dem Apostelbereich Karlsruhe. Eingeladen war zudem die Gemeinde Neulingen.
In diesem Gottesdienst war die Spendung des Segens zur Goldenen Hochzeit des Bezirksältesten i.R. Rolf Bonnet und seiner Frau vorgesehen, die krankheitsbedingt leider kurzfristig auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden musste. Zudem wurden zwei Priester und eine Diakonin ordiniert.
Der Kinderchor der Gemeinde Bayernstraße begrüßte den Bezirksapostel und seine Begleiter im Foyer der Kirche mit einem selbstgestalteten Plakat und einem Lied.
Der Predigt lag das Bibelwort aus Markus 16,9.10 zugrunde: „Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten.“
Eingeläutet wurde der Festgottesdienst mit einer Lesung aus Matthäus 28, 1-8 und dem Lied des Kinderchors „Kommt, sagt es allen weiter!“
Bezirksapostel Ehrich sprach der Gemeinde den Segenswunsch zu, Jesu Kraft und Freude möge alle Herzen erfüllen. Dann griff er das Lied der Kinder auf und wies darauf hin, dass das Evangelium Jesu Christi als frohe Botschaft vom Weitersagen lebe und auf Mitteilung ausgelegt sei. Christen heute seien mit hineingenommen in den Osterfrieden und die Auferstehungskraft Jesu und nicht auf einen bloßen historischen Rückblick verwiesen.
Ostern als Fest des Lebens solle die tiefe Überzeugung in allen Gläubigen bestärken, dass sie Teil der Auferstehung seien und ewiges Leben haben in Gott. So wie Jesus durch Tod und Auferstehung die Versöhnung der Menschen mit Gott geschaffen habe, so hat er verheißen, sein Werk durch seine Wiederkunft zu vollenden.
Maria Magdalena besuchte am ersten Tag das Grab Jesu, und am ersten Schöpfungstag hatte Gott das Licht geschaffen, etwas ganz Neues. Am Grab Jesu wurde auch ein ganz besonderes göttliches Licht in der Auferstehung offenbar, ein gänzlich neues Leben. Jesus Christus hatte für alle sichtbar den Tod besiegt. Am Karfreitag hatten Vorbeigehende Jesus aufgefordert, vom Kreuz herabzusteigen. Aber Christus tat in der Auferstehung etwas viel Größeres, so der Bezirksapostel weiter.
Im Glauben an Gott und im Handeln aus der Liebe bezeugen Christen das Evangelium Jesu Christi. Worin zeigt sich der Glaube? Hier sei zuerst die Geduld zu nennen, das Ausharren in Prüfungen, Vertrauen in die göttliche Führung und Fügung und letztlich das Warten auf die Wiederkunft Jesu.
Der Glaube helfe auch, Gottes Willen zu erkennen, führte der Bezirksapostel weiter aus. Theoretisch sei die Schrift unterschiedlich interpretierbar, aber durch die Kraft des Heiligen Geistes könnten Gläubige Gottes Willen klar erkennen. Gottes Wille sei die Heiligung der Gemeinde, das Lösen vom Irdischen und die Entwicklung hin zum Wesentlichen.
Tätiger Glaube zeige sich auch in der Bereitschaft zur Nachfolge, betonte Bezirksapostel Ehrich. Die engen Jünger Jesu konnten viele seiner Taten und Worte nicht einordnen und blieben trotzdem an seiner Seite. Nachfolge bedeute, Gottes Gebote halten und seinen Willen zu tun.
Auch Opferbereitschaft sei eine Frucht des Glaubens. Wohl sei das Opfer eines gläubigen Christen in keiner Weise mit dem Opfertod Jesu gleichzusetzen. Doch Gott sehe die innere Haltung, die zum Opfer motiviere, so der Bezirksapostel weiter.
Der Wille zum Dienen sei ein weiteres Zeichen für einen tiefen Glauben. Manches persönliche Bedürfnis stelle man so im Dienst Jesu zurück, worauf Gott gerne seinen Segen lege.
Letztlich sei auch die Sehnsucht nach der himmlischen Heimat bei Gott eine Auswirkung des Glaubens. Die leibhaftige Begegnung mit Jesus Christus möge der tiefe Wunsch der Gemeinde sein, sagte der Bezirksapostel.
Die Liebe als zweiter zentraler Teil der Heilsbotschaft Gottes zeige sich im Leben eines Christen in seiner Liebe zu Gott und zum Nächsten. Nachfolger Jesu sollten in der Lage sein, allen Menschen ohne Ausnahme von ganzem Herzen das Heil in Christus zu wünschen und ihnen den Weg dorthin aufzuzeigen. So wie Maria Magdalena damals den Auftrag bekam, die Nachricht von der Auferstehung Jesu weiterzusagen, so seien auch heutige Gläubige das Sprachrohr der Kirche zu den Menschen.
Zu einem weiteren Predigtbeitrag wurde Apostel Martin Schnaufer aus dem Arbeitsbereich Freiburg/Tübingen gerufen.
Er sprach davon, dass Gläubige im Bitten um Hilfe bei einem Problem Gott gerne sogleich eine Lösung aufzeigen möchten. Doch Gott habe nicht menschliche Grenzen, er könne zur rechten Zeit noch viel Größeres tun. Jesus hatte bei der Speisung der Fünftausend zwei Fische und fünf Brote zur Verfügung. Er bat seinen Vater um Vermehrung, und die Jünger begannen, das Wenige auszuteilen, das in den Körben war. Erst im Tun, im Austeilen vermehrte sich das Wenige auf wundersame Weise.
Ebenso lag der Apostel Paulus in Ketten im Gefängnis. Als der Engel die Tür öffnete und ihn aufforderte, er möge aus der Zelle heraustreten, musste Paulus im Vertrauen aufstehen und sich in Bewegung setzen, bevor die Ketten von ihm abfielen. So seien auch Gläubige gefordert, zuerst ihren Glauben einzusetzen, um dann die Hilfe Gottes erleben zu können, so Apostel Schnaufer weiter.
Auch Apostel Martin Rheinberger wurde zur Wortverkündigung gerufen.
Er nahm Bezug auf die Passage aus der Bibellesung „Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.“ Warum setzte sich der Engel auf den Stein? Etwa aus Erschöpfung? Nein, führte Apostel Rheinberger aus, der Engel wollte zeigen, dass diesen Stein, einmal auf die Seite geschafft, keiner mehr vor das Grab rollen würde. Jesus Christus war auferstanden, ein und für allemal.
Der Glaube an Jesus Christus und seine Auferstehungskraft sei bei seiner Wiederkunft zentrales Erkennungszeichen gläubiger Seelen, so der Apostel weiter. So wie die Freunde des Gelähmten alle Hebel in Bewegung setzten, den Kranken zu Jesus zu bringen, sollten sich auch Christen mit einem Versuch zum Vertrauen, zur Nächstenliebe und zur Nachfolge nicht zufriedengeben. Die Kraft Gottes setze Menschen in Bewegung und befähige sie, ins Tun zu kommen.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls und des Abendmahls für die Entschlafenen wurden noch jeweils ein Priester für die Gemeinden Kieselbronn und Ötisheim und eine Diakonin für die Gemeinde Neulingen ordiniert.