Am Sonntag, 14.04.2024 empfingen neun junge neuapostolische Christinnen und Christen aus den Gemeinden Mühlacker, Kieselbronn, Ötisheim, Niefern und Neulingen in der Neuapostolischen Kirche Mühlacker den Segen zu ihrer Konfirmation.
Bezirksältester Karsten Müller, Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks Pforzheim, legte dem Konfirmationsgottesdienst ein Bibelwort zugrunde aus Johannes 14, 6: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Mit diesem Impuls richtet sich Stammapostel Jean-Luc Schneider in seinem diesjährigen Brief an die Konfirmandinnen und Konfirmanden weltweit und schreibt ihnen, dass sie sich bei Entscheidungen, die sie treffen müssen, immer an diese Worte Jesu erinnern und die Lösung bevorzugen sollen, die sie Christus näherbringen kann.
Der Gemeindechor leitete den Festgottesdienst ein mit dem Lied „Jesus will dir heut begegnen“. Bezirksvorsteher Müller griff den Eingangsimpuls des Chores auf und sprach davon, dass Jesus bereits da sei und die jungen Christinnen und Christen mit offenen Armen erwarte.
Im Weiteren ging der Bezirksälteste auf die drei Charakterisierungen ein, mit denen Jesus sich im Bibelwort selbst beschreibt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“.
„Ich bin der Weg“ – diesen Satz könne man auf unterschiedliche Art betonen. Diese ungewöhnliche Beschreibung hat seinen Ursprung in der jüdischen Tradition, in der mit dem hebräischen Wort für „Weg“ die Sammlung der religiösen Gesetze gemeint war. Die jungen Christen seien aufgerufen, Jesu Wandel nachzuahmen. Jedem Menschen mit offenem Herzen zu begegnen und sich mit aller Kraft gegen die Macht der Sünde zu stellen im Vertrauen auf Gottes Gnade, so laute Jesu Ruf in die Nachfolge. Es sei unnötig, einen anderen Weg zu suchen – Jesus sagt: „Ich bin der Weg“, nicht „Ich kenne den Weg“, und schon gar nicht „Ich bin einer der möglichen Wege“.
„Ich bin die Wahrheit“ – die jugendlichen Konfirmandinnen und Konfirmanden seien im Zeitalter der Fake News aufgewachsen, erläuterte Bezirksvorsteher Müller, Wahrheit sei heute vielerorts relativ. Ein und derselbe Sachverhalt werde von verschiedenen Betroffenen völlig unterschiedlich dargestellt. Auf der Suche nach Orientierung stehe Jesus gerne bereit, nur er kenne die Wahrheit, so der Bezirksälteste.
„Ich bin das Leben“ – Jedes Leben auf dieser Welt sei von Gott gewollt und geliebt. „Ich wollte, dass es dich gibt. Ich habe dich lieb“, so spreche Gott den jungen Christen heute zu. Dabei habe Jesus etwas vor mit jedem Gläubigen, versicherte der Bezirksvorsteher, er wolle eine Entwicklung in jedem gläubigen Herzen anstoßen und begleiten.
Der Bezirksälteste schloss mit dem Hinweis: „Das Evangelium ist genial einfach.“
Zu einem weiteren Predigtbeitrag wurde der Konfirmandenlehrer Priester Thomas Keller gerufen. Er versicherte den jungen Gläubigen, dass sie mit ihrem Gelübde nicht alleine dastünden, sondern sich die ganze Gemeinde anschlösse, um Gott neu die Treue zu geloben. Er lud die jungen Glaubensgeschwister ein, Jesus in ihr Lebensschiff zu nehmen – nicht als Matrose oder als blinden Passagier, sondern als Steuermann.
Evangelist Marinko Krystof, Vorsteher der Gemeinde Niefern, fragte die Jugendlichen, ob sie ein Handy besäßen und vor der ersten Nutzung die Gebrauchsanleitung gelesen hätten. Auf das allgemeine Kopfschütteln hin empfahl er, es mit dem Glauben an Jesus Christus so zu machen wie mit dem Handy – jemanden zu fragen oder es ganz einfach auszuprobieren. Dabei dürften sich die jungen Geschwister auf die Gemeinschaft von Mitchristen als Stütze verlassen – aus „einsam“ werde „gemeinsam“, „GEM“ stehe für „Geh Einfach Mit“, schloss der Evangelist.
Die Ansprache zur Konfirmation wurde vom Chorlied „Herr, ich komme zu dir“ eingeleitet. Der Bezirksvorsteher wies die jungen Geschwister darauf hin, dass sie heute die Verantwortung für ihren Glauben selbst übernähmen. Dabei seien sie aber nicht plötzlich alleine, sondern erführen weiterhin die volle Unterstützung ihrer Familien und Gemeinden. Stück für Stück könnten sie in diese Eigenverantwortlichkeit hineinwachsen.
Bezirksältester Müller gab den jungen Gläubigen noch einen besonderen Impuls mit auf den Weg. Er stellte den Anwesenden die Frage, ob sie die Konfirmanden unterstützen wollten, das Gelernte und Vorgenommene in den nächsten Monaten und Jahren auch umzusetzen. Die komplette Festgemeinde applaudierte daraufhin anhaltend als Zeichen ihrer Unterstützung.