Am Sonntag, 10.03.2024 besuchte Apostel Jürgen Loy aus dem Apostelbereich Stuttgart die neuapostolische Kirchengemeinde in Mühlacker zu einem Gottesdienst, an dem neben der ortsansässigen Gemeinde auch die Gemeindemitglieder aus Kieselbronn, Niefern und Ötisheim teilnahmen. Als Grundlage für diesen Gottesdienst diente das Bibelwort aus Jesaja 53,4: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.“
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von einem gemischten Chor aller versammelten Gemeinden sowie einer Solistin mit Orgelbegleitung.
Apostel Loy leitete die Predigt mit einer Zusage ein: Gott ist schon da, wenn wir uns zum Gottesdienst versammeln. Er will unseren Blick weiten. Er führt uns - wie damals schon Abraham - heraus aus „unserem Zelt“: „Schau mal, zähl‘ die Sterne, wenn du kannst“. Manches Mal entdecken wir einen Stern, den wir bisher noch gar nicht wahrgenommen haben.
Das dem Gottesdienst zugrundeliegende Bibelwort weist auf Jesus Christus als Gottes Sohn hin, der sich für die Sünden der Menschen hingab. Durch sein Leiden und Sterben hat uns Jesus eine Tür geöffnet zum Leben, zum Heil, zur Erlösung. In der Passionszeit dürfen wir diesen Liebesbeweis Gottes als leuchtenden Stern besonders deutlich sehen, so der Apostel weiter.
Im Buch Jesaja ist viermal vom Gottesknecht die Rede. Die sogenannten Gottesknechtslieder stellen Jesus Christus als Knecht Gottes, seine Gaben und Eigenschaften heraus. Das Bibelwort aus Kapitel 53 blickt auf den „Gottesknecht“, der - aus der Niedrigkeit kommend - stellvertretend Schuld und Leid der Menschheit auf sich nahm. Apostel Loy betonte, dass Jesus hier als Schwacher und Geplagter, nicht als alles überstrahlender Messias vorgestellt wird.
Es war diese Schriftrolle mit dem Buch Jesaja, die sich der königliche Schatzmeister aus Äthiopien in Jerusalem gekauft hatte. Er befand sich auf der Rückreise in seine Heimat, als plötzlich Philippus aus der ersten Gemeinde in Jerusalem neben ihm stand und Hilfe bei der Lektüre anbot. Der Kämmerer gab zu, nicht zu verstehen, was dort, im heutigen Jesaja 53,7-8, zu lesen war: „Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wen aber kümmert sein Geschick? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat seines Volks geplagt war.“
Philippus stellte dieser scheinbaren Schwäche und Wehrlosigkeit Jesu die Kraft seines Opfers am Kreuz gegenüber, mit dem er Hölle und Tod für alle Zeiten besiegte. Ähnlich wie in Jesaja 52,13-15 mag die Antwort des Philippus den Kämmerer in Erstaunen versetzt haben: „Siehe, meinem Knecht wird’s gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. Wie sich viele über ihn entsetzten - so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch und seine Gestalt nicht wie die der Menschenkinder -, so wird er viele Völker in Staunen versetzen, dass auch Könige ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn was ihnen nie erzählt wurde, das werden sie nun sehen, und was sie nie gehört haben, nun erfahren.“ Auch wir heutige Christen wollen uns helfen lassen, etwas zu verstehen, wo wir nicht weiterwissen, empfahl Apostel Loy der Gemeinde.
Die frohe Botschaft an uns lautet: „Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jesaja 53,5). Dies bedeutet die Passion für uns, fuhr der Apostel fort: Jesus ist gekommen, um zu heilen, zu bestärken, zu ermutigen, neue Kraft zu schenken, damit wir Frieden haben. So mögen wir die Passionsstärkung mitnehmen in unsere Lebenssituation.
Als weiteren Aspekt der Passionszeit führte Apostel Loy aus, dass diese auch eine Zeit des bewussten Verzichts darstellt. Für uns soll dies Verzicht bedeuten beispielsweise auf Unglauben und Unbarmherzigkeit, aber auch ein Appell sein, zu helfen, das Kreuz eines anderen mit zu tragen.
Zu weiteren Predigtbeiträgen wurden Bezirksvorsteher Karsten Müller und Bezirksevangelist Thomas Ringle gerufen.