Viele Vorbereitungen waren dem 8. Juni 2013 vorausgegangen – und sie hatten sich gelohnt.
Die Kirchengemeinde Gräfenhausen hatte an diesem sonnigen Samstagabend zum Festakt anlässlich des 80jährigen Bestehens eingeladen. Mehr als 80 Personen waren der Einladung gefolgt, und so war nicht nur der Kirchenraum, sondern auch der Vorraum gut besetzt, als Bischof Martin Schnaufer, stellvertretender Leiter des Kirchenbereichs, mit einigen Ehrengästen das Gebäude betrat.
„eine fitte 80Jährige“
Der Kinderchor eröffnete den Abend mit einem schwungvollen Kanon, in den Dirigentin Simone König alle Anwesenden mit einbezog. Nach einer kurzen Begrüßung durch Bischof Schnaufer gab Bezirksevangelist Thomas Ringle, bis vor Kurzem noch Vorsteher der Gemeinde Gräfenhausen , einen kurzweiligen Einblick in die vergangenen 80 Jahre. Er nannte sie „eine fitte 80Jährige“ und verwies darauf, dass „man eben immer so alt ist, wie man sich fühlt“. Von der Tatsache, dass die neuapostolische Kirchengemeinde Gräfenhausen sich jung und dynamisch anfühlt, davon konnte sich jeder Anwesende an diesem Abend selbst überzeugen.
1932 erste Gottesdienste in Obernhausen
Um 1930 ergab sich der erste Kontakt zwischen Ernst Becht aus Birkenfeld (die dortige Gemeinde hatte bereits rund 100 Mitglieder) und Karl Wenz aus Gräfenhausen. Auch wenn schon 1932 erste Gottesdienste in Obernhausen stattfanden, so waren die folgenden Jahre nicht nur wegen des äußerlich sichtbaren Krieges sehr schwer. Mit Bewunderung hört man, was diese Glaubensgeschwister für ihre Überzeugung auf sich genommen haben.
1960 Baubeginn
Ab 1947 wird das Gemeindeleben mit regelmäßigen Gottesdiensten wieder aufgenommen und die Gemeinde wächst stetig. Im Jahr 1956 besucht erstmals ein Apostel Gräfenhausen. 1960 wird mit dem Bau der ersten eigenen Kirche begonnen; viele der 64 Gemeindemitglieder helfen dabei mit. 1982 wurde ein Umbau notwendig, um weitere Räume zu schaffen und das Gebäude den Ansprüchen eines aktiven Gemeindelebens anzupassen.
Viele weitere Stationen auf dem Weg der „fitten 80Jährigen“ nach heute wurden durch den Bezirksevangelisten erwähnt, insbesondere auch die Amtsträger, die hierbei Großartiges geleistet hatten – allesamt ehrenamtlich, in ihrer Freizeit, andere Interessen in den Hintergrund stellend.
viele Kinderaktivitäten im aktuellen Gemeindegeschehen
Aktuell hat die Neuapostolische Kirchengemeinde Gräfenhausen 97 Mitglieder, davon 83 Erwachsene und 14 Kinder. Zum Einzugsbereich der Kirchengemeinde zählen die Ortschaften Gräfenhausen, Obernhausen und Arnbach. Vorsteher Achim Decker betreut zusammen mit sechs weiteren Amtsträgern ehrenamtlich die Gemeinde. Besonders zu erwähnen sind die vielen Kinderaktivitäten, die einen großen Raum im aktuellen Gemeindegeschehen einnehmen.
Gemeindechronik überreicht
Ringle brachte seine Dankbarkeit über das Vergangene und die Freude über die Entwicklung der Gemeinde zum Ausdruck, bevor er nach seinem Rückblick die eigens zum Jubiläum gedruckte Gemeindechronik an Bürgermeister Martin Steiner und Pfarrer Mathias Kraft überreichte.
Glückwünsche von Bürgermeister Martin Steiner
Bürgermeister Martin Steiner überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde und des Gemeinderats zum Jubiläum. Schon in der Theorie zum „Sozialkapital“ würde deutlich, wie wichtig für eine Gemeinschaft gemeinsame Werte, aktive Bürger und deren ehrenamtliches Engagement seien. Er erinnerte an das Unwetter der vergangen Woche und hob hervor, dass die neuapostolische Kirchengemeinde sich insbesondere dadurch auszeichne, dass sie sich aktiv als Gemeinschaft in der Gemeinde Gräfenhausen / Birkenfeld einbringt. Mit einem Dank für das Engagement der Kirchengemeinde und guten Wünschen schloss er seine Rede.
Pfarrer Mathias Kraft überreichte den Kindern ein Bibel-Memory
Pfarrer Mathias Kraft beglückwünschte die Anwesenden im Auftrag der evangelischen Kirchengemeinde und brachte ein Grußwort aus Apostelgeschichte 2, 42 mit: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. …“. Er brachte zum Ausdruck, dass dies die Kennzeichen lebendigen Christseins seien und dies alle Christen über Konfessionsgrenzen hinweg verbinde. Sein Wunsch an alle Christen sei, dass es gelingt, den lebendigen Glauben an Jesus an die junge Generation weiterzugeben, so Pfarrer Kraft weiter. Ganz in diesem Sinne überreichte er den anwesenden Kindern ein Bibel-Memory als Geschenk.
Zwischen den einzelnen Wortbeiträgen traten die weiteren Musikgruppen der Gemeinde in Aktion: jeweils unter Leitung von Priester Jochen Müller boten der gemischte Chor und der Flötenchor schöne Lieder dar.
Bischof Martin Schnaufer spricht Schlussworte und Schlußgebet
Zum Abschluß der Feierstunde wandte sich Bischof Martin Schnaufer nochmals an die Anwesenden. Er nahm Bezug auf die Rede von Bürgermeister Martin Steiner, als er betonte: „Die Werte Jesus Christus leben, macht eine Gesellschaft reich. Und macht zuversichtlich auf die Zukunft!“ Nach dem Schlußgebet waren alle Anwesenden zum Umtrunk und selbstgemachten Häppchen in den Kirchengarten eingeladen.
Ausklang bei „Freiluft-Empfang“
Der warme Sommerabend war wie geschaffen für diesen „Freiluft-Empfang“ und so klang der Festakt bei vielen schönen Gesprächen, freudigen Begegnungen mit den „Ehemaligen Gräfenhäusern“ und lebhaften Erinnerungen beim Durchblättern der Chronik in herzlicher, dankbarer Atmosphäre aus.