Am Freitag, dem 21. und Samstag, dem 22. März trafen sich die Mitglieder des Brötzinger Gemeindechors zu einem besonderen "Arbeitswochenende" in der Brötzinger St. Martinskirche.
Das neue Chorbuch in Summe kennenlernen
In einer intensiven Probe wollten sich die Sängerinnen und Sänger auf Anregung ihrer Dirigenten Elke Stuhlinger, Jacqueline Schäfenacker und Jens Peter Zimmermann mit neuen und auch etwas anspruchsvolleren Stücken aus dem neuen Chorbuch beschäftigen. Die drei hatten das Wochenende intensiv vorbereitet und sehr abwechslungsreich gestaltet.
Langer Atem mit Thai-Chi
Neben den neuen Chorliedern konnten die Sänger auch einiges über Thai–Chi lernen. Am Samstag war Udo Hesselschwerdt eingeladen, der sich bereits seit Jahren mit Thai-Chi beschäftigt und auch Kurse anbietet. Er demonstrierte den Sängerinnen und Sängern anhand einiger, plakativer Beispiele, wie der Körper schon auf kleinste Einflüsse reagiert und brachte ihnen auch einige Atemtechniken, die besonders beim Singen nützlich sind, bei.
Bestens versorgt
Selbstverständlich musste auch keiner Hunger oder Durst leiden. Am Samstag ging es in die Schwarzwaldsängerhalle zu einem gemeinsamen Mittagessen und in der Martinskirche war ein reichhaltiges Büffet mit selbstgebackenem Kuchen und Brot aufgebaut.
Chorwochenende - eine gelungene "Premiere"
Alles in allem war es für alle Beteiligten ein zwar langes und stressiges, aber sehr gelungenes Chorwochende. Die eingeübten Lieder, die dann auch gleich am Sonntag im Gottesdienst zum Vortrag kamen wären nur sehr schwer im Rahmen der üblichen einstündigen Chorproben einzustudieren gewesen.
Interview mit den Dirigenten
(Red.) Wie seid ihr auf die mutige Idee gekommen, ein Probenwochenende zu veranstalten?
Die Idee und Anregung haben wir uns von dem Erfinder innovativer Konzertprojekte und Chefdirigent des weltbekannten Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey, aus seinem Buch während dem letzten Sommerurlaub in der Toskana „geklaut“.
(Red.) Wir haben im Chor Sänger, die teilweise schon über 30 Jahren mitsingen. Sind die Lieder im neuen Chorliederbuch wirklich so anders (Melodieführung, Takt, Charakter, ...) , dass das Probenwochenende auch für die „alten Hasen“ notwendig war?
Das Chorbuch spiegelt in Tonsprache und Text viele Facetten an Glaubenserfahrung, die wir alle selbst täglich erleben, wieder. Das ist von daher für jung, alt, „ alter Hase “ oder „ junges Talent “ einfach spannend. Wir glauben rückblickend, dass Chorgemeinschaft außerhalb der üblichen Dienstagsproben einfach mal super toll und prickelnd neu war.
(Red.) Gab es so ein Wochenende schon einmal in einem anderen Bezirk oder hat Brötzingen da eine Vorreiterrolle übernommen?
Auf überregionaler Ebene ( Apostelbereiche, Gebietskirchen,...) sind solche Formate für die Weiterbildung von Dirigenten, Projektchöre und die Vorbereitung von Ensembles auf Jugendtage bekannt, wenngleich mit weiten Fahrstrecken und finanziellem Aufwand verbunden. Auf Gemeindeebene dürfte dies eine Vorreiterrolle und gute Blaupause für andere Gemeinden sein.
(Red.) Die meisten der Sänger sind ja die ganze Woche beruflich eingespannt und abends noch für die Kirche unterwegs. Hattet ihr keine Angst, dass die Sänger sagen würden, das Wochenende gehört mir bzw. meiner Familie und nicht kommen würden?
Nein, gar nicht. Wir kennen und lieben das hohe persönliche Engagement der Choristen z.B. auch aus dem vor einigen Jahren gestarteten Programm „Gesangsunterricht aus professioneller Hand“.
(Red.) Warum fand die Veranstaltung in der Martinskirche und nicht in unserer Kirche in Brötzingen statt?
Es ist vielleicht ein wenig vergleichbar mit Urlaub in den eigenen vier Wänden. Das mag hier und da gelingen um neue Eindrücke zu sammeln – die geeignetere Form ist, sofern machbar, ein „Tapetenwechsel“. Wir haben hier in unserem Stadtteil Brötzingen mit der Pfarrkirche St. Martin als Stadtmuseum optimale Voraussetzungen.
(Red.) Wie hat die Stadt reagiert als ihr angefragt habt ob die neuapostolische Kirche in der Martinskirche üben kann?
Frau Dr. Greschat und Frau Lehr vom Kulturamt Pforzheim haben unsere Anfrage so etwas von lieb möglich gemacht. Ein ganz besonderer Dank für ihre Unterstützung. Nicht zuletzt schätzen wir im Rahmen der Teilnahme am Kulturfest „ Brötzinger Samstag “ die gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit.
(Red.) Die Sänger waren von dem, was ihnen Udo übers Thai-Chi gezeigt hat ja total überrascht und begeistert. Wie seid ihr auf die Idee gekommen Udo einzuladen und wie hat er reagiert?
Unsere Kirchengemeinde hat mit ihren vielen, aktiven Mitgliedern natürlich auch viele Talente, die wir kennen, aber die nicht immer so sichtbar werden. Am Chorwochenende war das mal ganz „visible“ was uns alle sehr gefreut hat! Ebenso ein „Überraschungsmoment“ war unser Gastorganist Patrick Denninger (siehe z.B. seine beiden Orgelsolo im Gottesdienst: " Welch ein Freund ist unser Jesu " und " Come share the Lord "). Ohne ihn hätten das neue Chorbuch im Gottesdienst nicht so geklungen, wie wir das alle erlebt haben.
(Red.) Was ist euer Fazit nach dem Wochenende? Hat es musikalisch was gebracht?
Unser Fazit ist: „Mit Freude ans Werk“. Wiederholungsfaktor „hoch“! Neben dem musikalischen Erlebnis, ausdrücklich im Gottesdienst sonntags, hat das Wochenende unser besonderes Gemeinschaftsgefühl im Chor bestärkt.
(Red.) Vielen Dank für das Interview.
Einige Sänger haben mit ihren Smartphones das Probenwochende eingefangen. Gerne stellen wir hier via Youtube: " Klangerlebnis Martinskirche " und Lieblingslied " Du hast uns als Gemeinde " beim Einstudieren
Seitens der Redaktion suchen wir noch Bilder vom Gemeinsamen Mittagessen und den Atemübungen. Wer welche hat kann sie uns gerne zuschicken!