Am Sonntag, den 17. März kamen im Rahmen eines Bezirksämterwochenendes liebe Gäste nach Brötzingen in den Grimmigweg.
Der Bezirksälteste Harald Hiltensberger aus Kempten (Apostelbereich Ulm) hatte mit den beiden Bezirksevangelisten Rainer Schaidnagel und Volker Keck den 225 km weiten Weg auf sich genommen um bei den Geschwistern des ehemaligen Bezirks Pforzheim-West zu sein.
Ich bot meinen Rücksen dar denen, die mich schlugen...
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Jesaja 50, 6 zugrunde: „Ich bot meinen Rücksen dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel“.
In seiner Predigt ging der Bezirksälteste auf die beginnende Passionszeit ein. Jesus hat sein Leid ohne Hass und Groll angenommen, seinen Peinigern vergeben und konnte der Menschheit deswegen durch seinen Tod, Heil und Erlösung bringen.
Auch in der heutigen Zeit leiden Christen darunter, dass christliche Werte immer mehr zurückgedrängt werden. Der Bezirksälteste stellte besonders die Versöhnungsbereitschaft heraus, die aus der Liebe entsteht. Ein bedeutsamer christlicher Wert, an dem sich besonders die neuapostolischen Christen orientieren mögen, sei die Verbundenheit untereinander. So kann und soll jeder mithelfen, das Leid des anderen zu tragen. Dies führe letztendlich zu den von Stammapostel Leber gewünschten Wohlfühlgemeinden. Selig sei, der Leid trage (nicht der Leid hat; vgl. Matth. 5, 4).
Wohlfühlen im "Grimmig"-Weg
Auf diese Wohlfühlgemeinde ging auch Bezirksevangelist Schaidnagel in seiner Predigtzugabe ein. In Kempten habe man bei der Abfahrt den „Grimmigweg“ in das Navigationsgerät eingegeben und in Brötzingen alles andere als einen grimmigen Empfang erlebt. Vielmehr sehe er nur strahlende Gesichter, die sich über den weit hergereisten Besuch freuten.
Zur weiteren Wortverkündigung wurden Bezirksevangelist Keck, Hirte Winfried Waldhauer (Pforzheim-Brötzingen) und Priester Michael Hatt (Birkenfeld) gerufen.
Im Netz der Gemeinde aufgefangen und geborgen
Im Gottesdienst wurde eine einprägsame Geschichte berichtet: Auf einer Südseeinsel war Ehebruch unter Todesstrafe gestellt. Übertreter dieses Gesetzes wurden von einer Klippe in eine Felsspalte gestürzt. Die Frau eines Fischers war beim Ehebruch überrascht worden. Nach dem Gesetz musste sie sterben und wurde nach der Verurteilung in die Felsspalte gestürzt. Der Ehemann der Frau hatte für sie jedoch Rettung geschaffen und während der Nacht in der Felsspalte seine Fischernetze gespannt.
Welche Rolle wollen wir bei Verfehlungen des Nächsten einnehmen? Wollen wir Richter, Zeugen, Ankläger, Strafvollzieher oder solche sein, die alle Fehler aufdecken und sich darüber auslassen? Oder gehören wir zu denen, die das Netz der Liebe knüpfen und spannen, damit Heil und Rettung möglich ist?