Informationsabend „Psychisch erkrankt – Angebote der Caritas“ und Spendenübergabe an die Tagesstätte der Caritas in Pforzheim
Am Donnerstag, 15. Oktober, fand in der Neuapostolischen Kirche Brötzingen eine Informationsveranstaltung des Caritasverbands Pforzheim zu Angeboten für Betroffene im Raum Pforzheim/Enzkreis statt. Damit verbunden war die Übergabe einer Geldspende in Höhe von € 4600,00 durch Bezirksevangelist Michael Hagel im Namen von human aktiv e.V.
human aktiv – Das Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland e. V. (kurz: human aktiv) ist ein gemeinnütziger und mildtätiger Verein mit Sitz in Stuttgart. Der christliche Gedanke der Nächstenliebe ist Antrieb der Arbeit: Hilfen kommen allen Menschen zugute, ungeachtet von Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Nationalität oder Herkunft. Unter dem Leitbild „Helfen – Handeln – Fördern“ steht die nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. In diesem Rahmen werden Förderschwerpunkte festgelegt, eingesetzte Geldmittel stammen aus meist projektbezogenen Spenden.
Im Jahr 2025 und 2026 heißt der Förderschwerpunkt „Hilfe für psychisch erkrankte Menschen“. Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an psychischen Erkrankungen. Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen Angststörungen, Depressionen und Persönlichkeitsstörungen. Gefördert werden Tagesstätten, die sich um Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen kümmern.
Isolde Jenc vom Caritasverband Pforzheim stellte den Themenkomplex „Psychische Erkrankungen bei Erwachsenen“ und das Hilfsangebot des Verbands vor. Bei allen Einschränkungen der Betroffenen stehe der gesunde Anteil im Vordergrund – niemand werde auf seine Erkrankung reduziert, so Jenc. Aufgabe der Sozialpsychiatrie sei es, die Bedarfe der Betroffenen zu ermitteln und ihre vorhandenen Ressourcen behutsam zu aktivieren. Die Befähigung, den Alltag eigenständig zu gestalten sei das oberste Ziel der Assistenz. Alle Ziele und Maßnahmen werden dabei in wertschätzender Übereinstimmung mit den Wünschen der Betroffenen formuliert. Die Therapie der Erkrankung finde außerhalb der Einrichtung statt.
Ein Angebot des Caritasverbands Pforzheim e.V. für psychisch Erkrankte ist der Sozialpsychiatrische Dienst, der als Clearingsstelle in einem Beratungsgespräch den Unterstützungsbedarf der Betroffenen ermittelt. Hilfesuchende werden begleitet, bis der Zugang zu einem passenden Unterstützungsangebot möglich ist. Desweiteren betreibt der Caritasverband Tagesstätten, die psychisch Erkrankten Hilfen zur Tagesstrukturierung und Alltagsgestaltung bieten. Im Programm sind Mahlzeiten zum Selbstkostenpreis, Tanz- und Malkurse, Basteln und Werken sowie Mahlzeiten zum Selbstkostenpreis in Gesellschaft anderer Betroffener. Einsamkeit und Passivität sei maßgeblich an der Aufrechterhaltung von Depressionen beteiligt, erklärte Frau Jenc. Bis zu 50 Besucher kommen täglich in die Einrichtung und wählen aus dem Programm, was sie anspricht. Außerdem bietet der Caritasverband Assistenzleistungen im eigenen Wohn- und Sozialraum, die individuell bei der Bewältigung des Alltags helfen. Besonders schwer in ihrer Lebensführung beeinträchtige Personen können im Reha-Wohnheim der Caritas intensiv dabei unterstützt werden, schrittweise einen strukturierten Tagesablauf zu entwickeln. Eine aktive Mitarbeit der Betroffenen ist Voraussetzung für die Aufnahme.
Frau Jenc streute eigene Erlebnisse aus ihrem Arbeitsalltag ein und gab so den ca. 20 Besuchern der Veranstaltung einen beeindruckenden Einblick in die Lebensrealität von Erkrankten, die oftmals im Stillen leiden, aber auch der Menschen, die mit Herzblut und Empathie begleiten und dabei auch einmal selbst an ihre Grenzen geraten.
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