Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen feierten in der Gemeinde Pforzheim-Brötzingen verbunden im Licht Christi und in gemeinsamer Hoffnung am Pfingstmontag Gottesdienst.
Unter dem Leitwort „Licht vom Licht als Licht“ feierten Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst in der Pforzheimer Weststadt. Vertreter der evangelischen Kirche, der evangelisch-methodistischen Kirche, der katholischen Kirche und der Neuapostolischen Kirche gestalteten die Feier in der Neuapostolischen Kirche Pforzheim-Brötzingen gemeinsam.
Im Mittelpunkt stand Christus als Licht, das Menschen verbindet, Gemeinschaft stiftet und zur Versöhnung ermutigt. Der Gottesdienst griff dabei auch Elemente der armenischen christlichen Tradition auf. Armenien erklärte bereits im Jahr 301 n. Chr. als erstes Land das Christentum zur Staatsreligion. Besonders das Sonnenaufgangsgebet des heiligen Nerses „des Gnädigen“ prägte die Feier und erinnerte daran, den Glauben nicht durch Abgrenzung, sondern durch Liebe, Offenheit und einladende Gemeinschaft zu bezeugen.
Die Predigt hielt Evangelist Matthias Stuhlinger, stellvertretender Gemeindeleiter der Gemeinde Brötzingen. Ausgehend von Johannes 12,31–36 stellte er Christus als den Erhöhten in den Mittelpunkt, dessen Licht Menschen verändert. Er machte deutlich, dass Gott nicht wegschaut, wo Unrecht, Gewalt, Angst oder Schuld Menschen belasten. In Christus bekommt die Dunkelheit nicht das letzte Wort. Was am Kreuz nach menschlichem Maßstab wie Niederlage aussieht, wird zum Zeichen der rettenden Liebe Gottes. Jesus zieht Menschen zu sich, schenkt Vergebung und öffnet Wege aus Angst, Bitterkeit und Hoffnungslosigkeit.
Im Horizont von Pfingsten erinnerte die Predigt daran, dass der Heilige Geist Glauben lebendig macht. Er verwandelt Angst in Mut, Schweigen in Verkündigung und Resignation in Hoffnung. Gottes Geist macht Menschen nicht gleich, aber er verbindet sie über Grenzen hinweg mit demselben Christus. So wurde deutlich: Was Christinnen und Christen verbindet, ist größer als das, was sie unterscheidet, wenn Christus die Mitte ist.
Diese Gemeinschaft fand auch im gemeinsamen Glaubensbekenntnis und im gemeinsam gesprochenen Vaterunser ihren sichtbaren Ausdruck. Über konfessionelle Grenzen hinweg bekannten die Mitfeiernden ihren Glauben an den einen Gott und brachten ihre Hoffnung, ihre Bitten und ihr Vertrauen gemeinsam vor ihn. So wurde der ökumenische Gottesdienst zu einem sichtbaren Zeichen gemeinsamer christlicher Hoffnung, die nach dem Gottesdienst bei einem kleinen Imbiss noch in Gesprächen vertieft werden konnte.