Am Sonntag, den 25.02.2024 durfte sich die Gemeinde Birkenfeld über den Besuch von Apostel Martin Rheinberger freuen. Eingeladen waren auch die Gemeinden Büchenbronn und Grunbach. In diesem Gottesdienst empfingen vier Kinder und ein Erwachsener das Sakrament der Versiegelung mit dem Heiligen Geist. Zudem fand eine Ruhesetzung und die Segensspendung zu einem Hochzeitsjubiläum statt.
Zum Festtag stimmte die Gemeinde freudig das Eingangslied aus Gesangbuch 261 „Lobe den Herren, den mächtigen König“ an.
Als Schale des Gottesdienstes diente ein Wort aus Lukas 6, 36: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“.
Der Gemeindechor bereitete der Predigt mit dem Lied „Du willst das ganze Herz“ den Weg. Apostel Rheinberger stellte die Aussage der Sänger in den Mittelpunkt „Ich kann nichts ohne Dich“. Diese verstehe sich als Offenbarungseid, in dem Sinne unserer Herzenseinstellung, dass wir den lieben Gott unser gesamtes Leben lang und in jeder Situation brauchten.
Der Apostel führte den Gedanken des Psalmisten aus, der festgestellt hatte, dass er mit Gott über Mauern springen könne. Oft blieben wir stehen, weil etwas nicht funktioniert und sähen deutlich die Begrenztheit unserer eigenen Kraft. In dieser Situation sollten wir diesen einen entscheidenden nächsten Schritt tun, Gott weiter vertrauen und uns bewusst machen, dass wir mit ihm über Mauern springen könnten.
Der Apostel führte aus, dass es Jesus bewusst war, dass er zu seinem Vater zurückkehren würde. Als Führung und Trost für die Gemeinde gab Gott den Heiligen Geist, der der Gemeinde bezeugte, dass auch sie eine Zukunft in Gottes ewigem Reich erwarte. Auch die Gläubigen, die am heutigen Morgen die Gabe Heiligen Geistes empfingen, seien nun Miterben der Herrlichkeit Gottes, so Apostel Rheinberger. Dieses Erbe würde nicht weniger, je mehr daran teilhaben. Gott wolle, dass wir alle Erben seien.
Heute stehe die Ruhesetzung eines Priesters der Gemeinde auf dem Programm, führte der Apostel weiter aus. Dies solle in den Herzen der Gemeinde Dankbarkeit darüber auslösen, was der liebe Gott durch Menschen wirken könne. Keiner der Amtsträger sei von sich aus in der Lage Gottes Werke zu verkündigen.
Der Apostel führte weiter aus, dass wir jeden Gottesdienst in dem Bewusstsein der Freiheit feiern dürfen, zu dieser wir im Glauben berufen sind. Gott habe uns von der Sünde und der Macht des Bösen befreit.
Der Apostel griff das Bibelwort auf und erläuterte Gottes Barmherzigkeit gegenüber dem Volk Israel, das er aus der Sklaverei geführt hatte. Trotz allen Murrens und Zweifelns vor den Toren Jerichos gab er dem Volk in seiner Barmherzigkeit den entscheidenden Hinweis, wie sie die Stadt einnehmen könnten.
Wenn wir heute auf unser Glaubensziel zugehen, so der Apostel, bitten wir im Gebet oft „Lass uns würdig werden auf diesen Tag“. Gottes Barmherzigkeit sei mit allen Menschen, den Gemeinden und der ganzen Kirche. Apostel Rheinberger appellierte an die Geschwister, im Umkehrschluss auf das Richten und Verurteilen in Bezug auf den Nächsten zu verzichten. Der liebe Gott würde dies auch nicht tun.
Das Volk Israel konnte immer wieder erleben, dass Gott bei ihnen war und seine Barmherzigkeit in verschiedenen Verhältnissen ganz offenbar wurde, so der Apostel. Gott gab seinem Volk immer mehr als es verdient hatte. Gottes Barmherzigkeit zeige sich auch immer wieder in seinem Langmut. Diese habe Gott den beiden Gottesmännern Mose und Petrus in besonderer Weise gezeigt. Er wusste, dass er seine Gemeinde auf den Felsen Petrus bauen könne.
Wir dürften sicher sein, dass der liebe Gott langmütig, geduldig und zuversichtlich mit uns ist. Der liebe Gott bringe das gute Werk, dass er in uns angefangen hat, auch zur Vollendung. Dies erfordere unsere Geduld, wenn wir in manchen Dingen noch Fehler machten.
In der Ansprache zur Heiligen Versiegelung stellte der Apostel die Frage in den Raum, wo man heutzutage noch ohne Erwartungshaltung des Gegenübers etwas geschenkt bekäme. Gott schenke am heutigen Morgen Frieden, ohne daran eine Erwartung zu knüpfen.
Gottes Himmelreich sei inwendig und mitten unter uns allen. In dieser Gewissheit dürften die Geschwister dieses Sakrament annehmen. Die heilige Versiegelung sei keine Einbahnstraße. Die Geschwister und Amtsbrüder der Gemeinde sorgten dafür, dass jeder seinen Platz in der Gemeinde finden könne. Die Geschwister seien herzlich eingeladen, diesen Platz in der Gemeinde auch aktiv auszufüllen.
Der langjährige Priester der Gemeinde Birkenfeld, Heinz Euchner, trat nach über 42-jähriger Amtszeit in den Ruhestand, davon rund 30 Jahre im Priesteramt. Der Apostel dankte ihm im Namen des Gemeindeevangelisten Merkle und der gesamten Gemeinde für seinen vorbildlichen, liebevollen und umsichtigen Einsatz unter anderem als Chorsänger, Mitglied im Bläserensemble und als Organist sowie bei vielfältigen sonstigen Aufgaben in der Gemeinde. Er lebte das Motto „zu lieben, zu dienen und helfen stets bereit“ immer in verlässlicher Weise und unermüdlichem Einsatz für die Geschwister der Gemeinde.
Als weiteren Höhepunkt des Gottesdienstes spendete Apostel Rheinberger dem früheren Bezirksevangelisten Alfred Hetterich und seiner Gattin Ruth den Segen zur Goldenen Hochzeit. Der Chor leitete die Segensspendung ein mit dem Lied „Anbetung will ich, Herr, dir bringen“. Der Apostel gab dem Goldpaar Psalm 26, 7 für den weiteren Glaubens- und Lebensweg an die Hand: „Dir zu danken mit lauter Stimme und zu verkündigen alle deine Wunder.“ Der Apostel freute sich, dass die Dankbarkeit der beiden deutlich in ihren Gesichtern zu sehen sei und legte ihnen ans Herz, sich immer wieder gegenseitig, ihren Kindern und Mitmenschen zu erzählen, was Gott an Ihnen Großes getan habe und nicht vergessen, was Gott noch Großes an Ihnen zukünftig tun werde.