Am Donnerstag, 11.05.2017 wurde in der Neuapostolischen Kirche Pforzheim-Brötzingen zum 30. mal Jungendstunde 30+ veranstaltet. Die Veranstaltungsreihe wurde von Evangelist Matthias Stuhlinger ins Leben gerufen. Neben religiösen werden darin – wie an diesem Abend – auch gesellschaftlich relevante Themen aufgegriffen.
Diesmal war das Thema „Umgang mit Demenz“. Unter dem Titel „Demenz - oder ist morgen schon Frühstück?“ moderierte Priester Markus Großmüller, der als Heimleiter tätig ist, sehr anschaulich das Treffen mit etwa 30 Teilnehmern.
Während und auch nach dem Vortrag mussten vom Referenten viele Fragen beantwortet werden.
Mit freundlicher Genehmigung von M. Großmüller, wird nachstehend sein Foliensatz zum Vortrag (auszugsweise) wiedergegeben.
Allgemeines:
- Die Demenz geschieht im Wesen eines Menschen.
Genauso vielfältig und unberechenbar ist sie.
Sie kommt in „Wellen“
- Es gibt keine Patentregeln für den Umgang mit Demenzkranken
- Demente Menschen sind nicht dumm, sie haben
nur keinen Zugriff mehr auf alle Dateien
- Logisches Denken ist erschwert bis unmöglich
- An Demenz Erkrankte haben keine Sorgen
(ab einem gewissen Stadium)
- Demente Menschen machen Dinge nicht zum Trotz.
Sie sind krank – Sie können nicht anders
- Demente Menschen kommunizieren über
die emotionale Ebene. Rationale Daten sind
völlig egal!
Sie nehmen auch Stimmungen auf
- Menschen, die Verantwortung getragen haben und
sich verbal gut ausdrücken können, sind in der
Lage, die Symptome mit Phrasen
zu „überspielen“
- Demenz braucht bis zu 30 Jahre, um auszubrechen
- Demenz lässt sich nicht aufhalten.
- Tanzen hilft
- Demenz ist nicht tödlich. Aber die Auswirkungen
Symptome:
- Gedächtnisverlust, der das tägliche
Leben beeinträchtigt (das eigene WC nicht mehr finden)
- Herausforderungen bei Planung und Lösung
von Problemen (logische Gedankenkette)
- Schwierigkeiten, gewohnte Aufgaben zu Hause,
in der Arbeit oder in der Freizeit durchzuführen
- Verwirrung bei Zeit und Ort
- Probleme beim Verstehen von visuellen Eindrücken
und räumlichen Zusammenhängen
- Probleme beim Sprechen oder
Schreiben von Wörtern
- Verlegung von Gegenständen und Verlust der
Fähigkeit logische Schritte nachzuvollziehen
- Vermindertes oder schlechtes Urteilsvermögen
- Rückzug von Arbeiten (Hobbies) oder Sozialem
- Veränderung der Stimmung und des Charakters
- Versteifung der Motorik. Kleine stupfende Schritte
eingeschränkte Mimik
Phasen der Annahme:
- Nicht-wahr-haben-wollen
- Zorn Ärger
- Verhandeln
- Depression
- Zustimmung
Verhaltensregeln:
- Schaffe ein Umfeld und einen Tagesablauf, der
möglichst immer gleich ist
- Bedenke, dass der demente Mensch zurück in die
eigene Vergangenheit reist
- Fange niemals Streit an
- Widerspreche nicht
- an Demenz erkrankte haben Gefühle, die
sehr sensibel sind. Respektiere sie
- Weise keine Schuld zu
- Sprich mit Ihnen, nicht über Sie
- Ein dementer Mensch kann keine Gefühle
mehr steuern. Wut bleibt Wut, denke daran
-Schaffe Begegnungsplattformen, bei
denen der Erkrankte sicher ist
- Lächele und berühre sanft, das
vermittelt Geborgenheit
- Schlimmste Beleidigungen
bitte nicht persönlich nehmen
- schaffe eigene Freiräume
- Wer 1000 x das Gleiche gefragt wird, braucht
keine 1000 Antworten. Eine genügt
Demenz ist,
wenn der Kopf e i n f a c h w e g g e h t …