Es sollte ein ganz „normaler“ Familienausflug zum 1. Mai werden - so hatten es die Planer gedacht, als sie die Einladung zur Wanderung ins Monbachtal an die neuapostolischen Kinder des Bezirks Pforzheim / östlicher Enzkreis mit ihren Familien nebst Lehrkräften verschickten.
Erlebt aber haben die Kids einen der aufregendsten Ausflüge der letzten Jahre! Und das kam so: Ein Teil der Gruppe wollte mit dem Zug anreisen. Leider saßen die Familien mehr als eine Stunde am Umsteigebahnhof in Pforzheim fest, weil der Zug zum Monbachtal ersatzlos gestrichen wurde. Andererseits: Eine andere Gruppe fuhr geraume Weile mit dem Auto in die absolut verkehrte Richtung, weil das Navigationsgerät noch eine andere Gaststätte namens Monbachtal gefunden hatte. Wie gut, daß es Handys gibt! So vergnügten sich die rechtzeitig angekommenen Familien auf dem Spielplatz am Eingang des Tales, um mit knapp zweistündiger Verspätung – dafür aber vollständig – zur Wanderung bei strahlendem Sonnenschein aufzubrechen. Das beschauliche Tal mit dem Bachlauf war zunächst gut zu erwandern. Dann wurde es allerdings immer steiler und steiniger, und so klinkten sich die jüngsten Kinder zwischen 6 Monaten und zwei Jahren samt ihren Eltern an einem Grillplatz aus, an den die ganze Gruppe zum Abschluß grillen wollte. Der Rest machte sich auf eine abenteuerliche Wanderreise: der Bachlauf wollte auf glitschigen, bemoosten Steinen überquert, besondere Kleearten botanisch bestimmt, steile Hänge aus Buntsandstein erklettert und so manchem Wurzelstolperer wieder auf die Füße geholfen werden. Trotz reichlich „Gegenverkehr“ blieben bei der rund 3stündigen Wanderung entlang des Bachlaufs wie durch ein Wunder alle Schuhe trocken. Wieder zurück beim Grillplatz, wurden alle begeistert von den Wartenden samt Hund begrüßt und – endlich! – kamen die mitgebrachten Leckereien auf den gemeinsamen Grill. Nachdem der erste Hunger gestillt war, fiel auf, dass unterwegs zwei Männer abhanden gekommen sein mussten. Sie waren nirgends zu finden. Nun kamen wieder die Handys zum Einsatz… Nirgendwo die passende Nummer, nirgendwo nimmt jemand ab – und das mitten im Grünen! Und plötzlich kommen die Beiden aus der komplett „falschen“ Richtung völlig entspannt angeschlendert. Welch eine Erleichterung! Sie waren völlig ins Gespräch vertieft bis zum Eingang des Tals zurückgelaufen und hatten sich ihrerseits gewundert, warum dort niemand der Gruppe anzutreffen war. So mussten die Herren ihre Grillmahlzeit alleine einnehmen, denn die Kids hatten sich längst wieder davongemacht, um am Bach oder im Wald zu spielen. „Das war ja heute viel aufregender, als ich gedacht hatte!“ murmelte eines der Kids von hinten, bevor er während der Heimfahrt einschlief. Wie recht er damit hatte!